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Steuern & Rechnungsinhalt

Die Steuer hängt an der Gegenseite, nicht an deiner Org

Abschnitt betitelt „Die Steuer hängt an der Gegenseite, nicht an deiner Org“

papony rechnet die Umsatzsteuer pro Geschäftspartner aus — getrennt für jeden Anbieter und jeden Partner. Maßgeblich sind das Land der Gegenseite und ob eine USt-IdNr. hinterlegt ist.

Du musst dafür nichts pro Beleg umstellen. Dein Inlandssatz gilt für inländische Belege; alle Auslands- und EU-Fälle leitet papony selbst ab und zeigt dir im Anbieter- bzw. Partner-Stammblatt eine Vorschau mit Badge „automatisch” oder „manuell”.

Welcher Satz greift je Gegenseite — und wer die Steuer schuldet
Situation der Gegenseite USt-Satz Wer schuldet die Steuer
Inland (gleiches Land wie deine Org) Dein Regelsatz Du (Aussteller)
EU-Ausland mit USt-IdNr. 0 % · Reverse Charge Empfänger
EU-Ausland ohne USt-IdNr. Dein Regelsatz (keine USt-IdNr.) Du (Aussteller)
Drittland (außerhalb der EU) 0 % · nicht steuerbar Niemand (nicht steuerbar)
Kleinunternehmer / Verein (Aussteller) 0 % · steuerbefreit Niemand (Befreiung)
  • 0 % USt — du berechnest keine Steuer
  • Dein Regelsatz greift

Reverse Charge heißt nicht, dass du steuerbefreit bist. Es heißt: nicht du, sondern der Empfänger schuldet die Steuer in seinem Land. Fehlt das Land auf einem Datensatz, behandelt papony den Fall wie inländisch und weist dich darauf hin, das Land zu pflegen.

Brauchst du eine Ausnahme, setzt du je Anbieter oder Partner über das Feld Steuer-Behandlung einen Override (z. B. Reverse Charge oder Steuerbefreit erzwingen). Der Override gilt dann statt der automatischen Ableitung; „automatisch” bedeutet weiterhin: aus Land + USt-IdNr. abgeleitet. Brauchen wirst du ihn nur in Sonderfällen — im Zweifel lass es auf automatisch, denn ein falscher Override erzeugt einen steuerlich falschen Beleg.

Du bist eine deutsche Org mit 19 % Inlandssatz und schreibst eine Provision von 1 000 € netto.

An deutschen Anbieter (Inland):
1 000 € Nennwert
+ 19 % USt (Inland) = 190 €
─────────────────────────────────
1 190 € Rechnungssumme
An österreichischen Partner mit USt-IdNr. (EU-Ausland):
1 000 € Nennwert
+ 0 % USt (Reverse Charge) = 0 €
─────────────────────────────────
1 000 € Rechnungssumme · Empfänger schuldet die Steuer

Fehlt deinem EU-Partner die USt-IdNr., behandelt papony ihn wie einen Privatkunden und berechnet deinen Inlandssatz — bei 19 % also 1 190 € statt Reverse Charge. Sobald eine gültige USt-IdNr. hinterlegt ist, kippt derselbe Partner auf 0 %.

An eine US-Gegenseite ohne USt-IdNr. (Drittland) wären es ebenfalls 1 000 € — als nicht steuerbare sonstige Leistung, 0 € USt.

Bevor papony Anbieter-Rechnungen oder Partner-Gutschriften erstellt, prüft das System deine eigene USt-IdNr. über das EU-VIES-Verfahren. Das Ergebnis wird auf deiner Org gespeichert: gültig, ungültig oder nicht verifiziert.

Eine als ungültig erkannte Aussteller-USt-IdNr. blockiert das Ausstellen — sonst entstünden fehlerhafte Belege. Ist VIES gerade nicht erreichbar, bleibt der Status nicht verifiziert; du kannst ausstellen und solltest die Prüfung später erneut anstoßen. Die Prüfung läuft beim Speichern deiner Rechnungs-Einstellungen, nicht bei jedem einzelnen Beleg.

Eine Partner-Gutschrift trägt die vollständige Anschrift des Empfängers (Straße, PLZ, Ort, Land) und seine USt-IdNr. — wie es für ordnungsgemäße Rechnungen erforderlich ist. Diese Daten werden beim Erstellen festgeschrieben und ändern sich später nicht mehr, auch wenn der Partner seine Stammdaten anpasst.

Ob Provisionswerte netto oder brutto geführt werden, stellst du org-weit ein:

  • Netto — die USt wird auf Gutschrift und Auszahlung ergänzt (1 000 € netto → 1 190 € brutto bei 19 %).
  • Brutto — die USt ist bereits enthalten und wird auf dem Beleg ausgewiesen (1 000 € brutto → 840,34 € netto + 159,66 € USt).

Bei Reverse Charge, Steuerbefreiung oder nicht steuerbar bleibt der Betrag unverändert — netto und brutto sind gleich, USt 0 €.

Eine Auszahlung ist abgesichert: Ein Partner kann erst anfordern, wenn sein Profil vollständig ist — Anschrift, IBAN, BIC und Steuer-/USt-Nr. Fehlt etwas, blockiert papony die Anfrage mit dem Hinweis, die Rechnungsdaten zu vervollständigen.

Beim ersten Speichern deiner Steuer- und Rechnungs-Einstellungen bestätigst du einmalig, dass die steuerliche Richtigkeit der erzeugten Belege in deiner Verantwortung liegt. Danach fragt papony das nicht erneut.

papony erstellt Belege und Gutschriften als Werkzeug und leitet die Einordnung nach bestem Wissen ab — kennt aber deine steuerlichen Verhältnisse nicht und ist kein Ersatz für steuerliche Beratung. Prüf Steuersatz, Reverse Charge und Befreiungen im Zweifel mit deinem Steuerberater.